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Erfahrungsbericht Ulf Marr Wintersemester 2007/08

Dieser Erfahrungsbericht soll jedem, der sich mit dem Gedanken trägt, ein Semester an der Universität Lausanne zu verbringen, als Hilfe bei seiner Entscheidung dienen. Gleichzeitig soll er aber auch all denjenigen, die bereits einen Platz in Lausanne erhalten haben, bei der Vorbereitung und Durchführung ihres Aufenthaltes helfen.

Bei der Auswahl der Universität Lausanne sollte man bedenken, dass dort eine größere Zahl Deutscher studiert, als dies bei anderen Partner-Universitäten des ERASMUS-Programms der Fall ist. Denn neben dem üblichen Quantum deutscher ERASMUS-Studenten finden sich in Lausanne auch Deutsche, die dort regulär eingeschrieben sind und am Lehrstuhl für Deutsches Recht – Chaire de droit Allemand – studieren. Dort besteht – auch für die Teilnehmer des ERASMUS-Programms – die Möglichkeit, die Fortgeschrittenen-Übung im Bürgerlichen Recht, sowie im Sommersemester auch die Fortgeschrittenen-Übung im Öffentlichen Recht zu absolvieren. Daneben werden weitere Vorlesungen, z.B. zum internationalen Privatrecht angeboten. Ebenfalls besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Seminar (http://www.unil.ch/cda).

I. Vorbereitung

Die Vorbereitung eines Semesters an der Universität in Lausanne besteht im wesentlichen aus zwei Schritten, nämlich der Bewerbung um einen Studienplatz und der Organisation einer Unterkunft.

1. Bewerbung

Mit der Planung eines Studienaufenthalts im Ausland sollte man möglichst frühzeitig beginnen, um eventuell erforderliche Sprachkurse ohne Zeitdruck absolvieren zu können. Die Bewerbung für das ERASMUS-Programm erfolgt dann in etwa ein halbes Jahr vor dem Beginn des Semesters in Lausanne. Die genauen Termine kann man der Website der ERASMUS-Koordination der Juristischen Fakultät der Universität Osnabrück entnehmen (http://www.jura.uos.de/html/erasmus.html).

Darüber hinaus besteht in Lausanne die Möglichkeit der Teilnahme an einem Sommersprachkurs vor Semesterbeginn. Dieser muss allerdings separat organisiert werden. Die Teilnahme kann, auch unter sozialen Gesichtspunkten, sehr empfohlen werden.

2. Unterkunft

Man sollte sich möglichst frühzeitig um eine Unterkunft in Lausanne bemühen, da die Plätze in den Wohnheimen der Fondation Maisons pour Etudiants à Lausanne begrenzt sind und die Suche nach einer Wohnung auf dem freien Markt schwierig ist. Die Bewerbung bei der FMEL erfolgt online und ist unverbindlich (http://www.fmel.ch/).
Bei der Auswahl des Wohnheims sollte man jedoch beachten, dass ein großer Teil der Häuser in Nähe der Universität liegt, jedoch von der Innenstadt sehr weit entfernt ist. Nach Meinung des Autors empfehlen sich daher die Häuser Cèdres und Rhodanie besonders aufgrund ihrer Lage zwischen Stadt und Universität am Seeufer. Ebenfalls empfohlen werden kann das Wohnheim Falaises, obwohl dieses von der Universität recht weit entfernt liegt, da es nach der Fertigstellung der Metro-Linie M2 im Sommer 2008 über eine gute Verbindung zur Universität verfügen wird. Der Ausblick aus den seeseitigen Zimmern des Falaises ist übrigens einmalig. Er reicht vom schweizerischen Jura über die Altstadt und den See bis hin zu den französischen Alpen. Für ein Zimmer in einem Wohnheim der FMEL muss man mit einer Miete i.H.v. etwa 500 CHF rechnen. Eine günstigere Alternative auf dem freien Markt zu finden, erscheint aber als illusorisch.

II. Aufenthalt

Lausanne ist, anders als man es in der Schweiz vermuten könnte, eindeutig französischsprachig. Viele Leute dort sprechen zwar ein wenig Deutsch oder Englisch, jedoch sollte man, um die Zeit in Lausanne nutzen zu können, Französisch sprechen. Um den Vorlesungen an der Universität folgen zu können, reicht jedoch gutes Schulfranzösisch – alles andere ergibt sich dann mit der Zeit.

Der Aufenthalt in Lausanne ist eine einmalige Erfahrung, jedoch auch mit Kosten verbunden. Neben der Miete für ein Zimmer i.H.v. 500 CHF sollte man mit weiteren Lebenshaltungskosten i.H.v. 700 CHF rechnen. Das von der schweizerischen Bundesregierung bezahlte ERASMUS-Stipendium beträgt pro Monat 250 CHF.

1. Verkehrsmittel

Man sollte sich gut überlegen, ob man mit dem Auto nach Lausanne anreisen möchte. Die Anreise an sich ist zwar unproblematisch, jedoch stellt einen die Frage nach einem Parkplatz in Lausanne vor nur schwer lösbare Probleme. Einige Wohnheime verfügen zwar über eigene, kostenpflichtige Parkplätze, ansonsten muss aber eine Anwohnerparkerlaubnis bei der Stadt Lausanne beantragt werden. Diese wird erst ab einem Mindestaufenthalt von sechs Monaten erteilt und kostet für diese Zeit etwa 250 CHF

In Lausanne gibt es aber ein gut funktionierendes und kostengünstiges Nahverkehrssystem, dass einen in der Regel schneller ans Ziel bringen wird, als das eigene Auto. Ein Monatsticket der Verkehrsbetriebe in Lausanne kostet 41 CHF.

Für Reisen innerhalb der Schweiz gibt es eine Reihe günstiger Angebote der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB/CFF), z.B. Voie7, das Reduktionen bietet und mit dem in der Zeit nach 19 Uhr kostenlose Reisen möglich sind. Auch gibt es immer wieder kostengünstige Möglichkeiten, um mit dem Zug in ein Skigebiet zu fahren, so dass auch hier auf das Auto verzichtet werden kann.

2. Studium

Die Universität in Lausanne bietet ein vielfältiges Angebot an juristischen Vorlesungen an, die – mit Ausnahme der Vorlesungen am Lehrstuhl für Deutsches Recht – alle in französischer Sprache stattfinden (http://www.unil.ch/droit). Als ERASMUS-Student der Universität Osnabrück ist man zur Erbringung von 30 ECTS-Kreditpunkten verpflichtet, was in Lausanne in der Regel die Teilnahme an fünf vierstündigen Vorlesungen bedeutet, die man aus den Bereichen Bachelor und Master frei kombinieren kann.

Dies mag auf den ersten Blick einen abschreckenden Eindruck machen, ist jedoch gut zu schaffen. Die zu absolvierenden Prüfungen sind im Bachelor-Bereich meist zweistündige schriftliche und im Master-Studiengang 15-minütige mündliche Prüfungen mit 15 Minuten Vorbereitungszeit. Dementsprechend wird in diesen Prüfungen auch nur erlerntes Wissen abgefragt, eine Falllösung in Gutachtentechnik ist nicht gefragt.

Eine Anwesenheitspflicht besteht bei den Vorlesungen nicht, jedoch sollte man dort regelmäßig erscheinen, da man am Ende des Semesters die Unterschrift des Professors für eine bei dem deutschen Landesjustizprüfungsamt einzureichende Teilnahmebescheinigung über 8 SWS benötigt. Ein entsprechender Vordruck ist am Lehrstuhl für Deutsches Recht erhältlich.

Für Studenten der Rechtsvergleichung bietet Lausanne eine Reihe guter Möglichkeiten, da sich auf dem Universitätsgelände der Sitz des Schweizerischen Bundesinstituts für Rechtsvergleichung mit seiner umfangreichem Bibliothek befindet. Auch sei in diesem Zusammenhang auf die Vorlesung droit comparé II/droit du commerce international bei Professor Bonomi hingewiesen, die in Kooperation mit dem Institut stattfindet.

3. Leben

Außerhalb des Studiums werden ERASMUS-Studenten durch die halb-universitäre Einrichtung XChange betreut (http://www2.unil.ch/xchange/), die jeden Mittwochabend die legendären Pubnights organisiert, die eine gute Gelegenheit sind, mit Studenten aus allen anderen Ländern in Kontakt zu kommen. Außerdem besteht die Möglichkeit an einem Patenprogramm – parrainage genannt – teilzunehmen, so dass man bei der Ankunft von einem Lausanner Studenten in Empfang genommen wird, der einem auch bei der Erledigung der umfangreichen Behördengänge zur Seite steht. XChange organisiert auch regelmäßig am Wochenende Ausflüge, so z.B. ein Ski-Wochenende in den Alpen oder ein Ausflug zum Weihnachtsmarkt nach Bern.

Nicht unerwähnt bleiben sollte das Sportzentrum – centre sportif – der Universität, eine in dieser Größe und Qualität wohl einmalige Einrichtung. Es ist direkt am Seeufer gelegen und verfügt u.a. über zwei Sporthallen, ein Fitnesscenter, eine Vielzahl von Außenanlagen und ein eigenes Segel- und Surfzentrum, die von den Studenten zu einem konkurrenzlos günstigen Preis genutzt werden können (http://www.unil.ch/sport/). Außerdem betreibt das centre sportif ein eigenes Chalet in Les Diablerets, so dass in der Saison jedes Wochenende Skiausflüge in das dortige Gebiet angeboten werden, die von professionellen Skilehrern betreut werden.

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