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Erfahrungsbericht Elena Lange Wintersemester 2008/09

Ich habe im Wintersemester 2008/09 an der Universität Lausanne studiert. Meine Entscheidung ins Ausland zu gehen habe ich sehr spontan getroffen, aber diesen Schritt keine Sekunde bereut und auch mit Lausanne als Studienort war ich mehr als zufrieden.
Da nun schon einige Erfahrungsberichte aus Lausanne vorliegen, stelle ich in meinem Bericht die Punkte in den Vordergrund, die ich für besonders wichtig erachte und die meinen Aufenthalt von den anderen unterscheidet. Da ich gemeinsam mit Hanna Schulze meinen Aufenthalt geplant habe und wir auch zufällig im Wohnheim Tür an Tür gewohnt haben, verweise ich besonders auf ihren Bericht, da wir viele Erfahrungen teilen. 


Sprachkurs:
Aufgrund meiner sehr spontanen Entscheidung war es nicht mehr möglich, in Osnabrück die erforderlichen Sprachkurse zu belegen. Jedoch bestand auch die Möglichkeit, einen Intensivsprachkurs direkt in Lausanne zu besuchen, noch bevor dort das Semester begonnen hatte. Daher bin ich schon im August nach Lausanne gefahren und habe dort drei Wochen vormittags in der Uni den „Cours de Vacances“ besucht. Dieser hat 600 Franken gekostet. Nähere Informationen findet man auf der Homepage der Universität Lausanne www.unil.ch. Ich würde aus drei Gründen jedem raten, einen Intensivsprachkurs statt der wöchentlichen Kurse in Osnabrück zu besuchen. Zunächst einmal ist man einen Monat länger im Ausland und bekommt auch noch den Sommer in Lausanne mit. Nach dem Sprachkurs ist noch genug Zeit um an den Strand zu gehen, Beachvolleyball zu spielen und danach in den Genfer See zu springen. Wenn man erst zum Semesterbeginn Mitte September anreist, ist es schon sehr viel kälter und ein Sprung ins Wasser gleicht eher einer Mutprobe. Darüber hinaus lernt man die Sprache viel besser, wenn man das Gelernte auch gleich Vorort anwenden kann. Außerdem hat man viel mehr Zeit sich in Ruhe einzuleben. Als die anderen Studenten zum Semesterbeginn anreisten, kannte ich schon die Uni, die Stadt und einige Leute aus meinem Semester. Vor allem macht der Sprachkurs sehr viel Spaß, weil mal viele interessante Leute kennenlernt. In meinem Kurs waren wir 18 Teilnehmer aus 10 Nationen.    


Wohnung:
Ich habe mich für die Wohnheimsplätze auf der Internetseite der Wohnheimsverwaltung (www.fmel.ch) erst beworben, als ich im März meine Zusage bekommen habe. Wie sich später herausgestellt hat, war das viel zu spät. Ich musste sehr oft bei der Verwaltung anrufen, nachharken und ich wurde immer vertröstet. Ich habe dann den Sommer über versucht privat etwas zu finden, was aber in Lausanne sehr schwer und erheblich teuerer ist als ein Wohnheimszimmer zu mieten. Einen Tag vor meiner Abreise habe ich dann erneut bei der Verwaltung angerufen und tatsächlich noch ein Zimmer bekommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Zimmer nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, malt zuerst“ vergeben werden. Dann sollte man sich aber auch zwischen Dezember und Februar anmelden, wenn man im September anreisen muss. Also wenn ihr nur mit dem Gedanken spielt nach Lausanne zu gehen, dann meldet euch schon mal für ein Wohnheim an, denn der Stress mit der Wohnung kann die Vorfreude auf Lausanne erheblich mindern. Wenn ihr dann doch nicht geht, dann ist das egal, da die Anmeldung nach drei Monaten automatisch verfällt, wenn ihr sie nicht verlängert.
Wichtig ist natürlich auch, für welches Wohnheim ihr euch entscheidet, denn ihr werdet dort sehr viel Zeit verbringen und hoffentlich viel Spaß haben. Daher will ich die verschiedenen Wohnheime kurz vorstellen, die preislich alle so bei monatlich 300 € pro Zimmer liegen.


Rhodanie:  
Ich habe im Rhodanie gelebt. Ein großer Vorteil ist, dass man sein eigenes Badezimmer hat und nicht in einer WG wohnt. Trotzdem lernt man sehr viel mehr Leute kennen, als in den Wohnheimen, in denen man in einzelnen Appartements oder in WGs zusammen wohnt. Das liegt daran, dass man mit 24 Bewohnern auf einem Flur wohnt und sich die Küche teilt. Das hört sich schlimmer an als es ist. Im Gegenteil hat man sehr viel Spaß, wenn 24 Leute gleichzeitig versuchen sich in der Küche etwas zu kochen. Das passiert jedoch nur sehr selten, da jede Nation ihren eigenen Essensrhythmus hat (wir Deutschen waren um 19 Uhr immer sehr früh dran, wohingegen die Spanier um 22 Uhr anfangen zu kochen). Wer jetzt denkt, dass es bestimmt sehr dreckig dort ist, der irrt, da unter der Woche die Küche täglich gesäubert wird und einmal im Monat auch die Zimmer. Besonders positiv auf das Wohnheimsklima hat sich das Wohnzimmer ausgewirkt, da es jeden Abend für Gesellschaftsspiele, gemeinsames Filmegucken oder zum „Vortrinken“ genutzt wird.
Nachteil an den Zimmern im Rhodanie ist die Größe. 11 qm mit Bad sind wirklich nicht viel. Außerdem liegt es an einer größeren Straße. Die Busanbindung ist aber mit vier Linien, die direkt vor der Haustür fahren, besser als bei allen anderen Wohnheimen. Bis zur Uni braucht man ca. 10 Minuten, in die Stadt eine viertel Stunde. Und an den See nur 5 min zu Fuß, was eigentlich das Hauptargument für das Rhodanie ist.


Cèdres:
Genau wie das Rhodanie liegt das Cèdres direkt am See, jedoch etwas weiter entfernt von der Uni. Es verfügt aber ebenfalls über eine gute Busanbindung. Im Cèdres gibt es einzelne Appartements mit eigener Küche, die natürlich etwas teuerer sind. Normalerweise wohnt man aber in kleineren WGs (2 bis 7 Mitbewohner). Was ich im Cèdres besonders klasse fand, war, dass alle WGs ihre Küchen sehr gemütlich und individuell eingerichtet haben und man von einer Küche auch in die anderen gucken konnte.


Falaises:
Das Falaises liegt oberhalb des Stadtzentrums und wird zumeist von Medizinern bewohnt, da sich das Universitätskrankenhaus direkt gegenüber befindet. Die Küche teilt man sich mit dem gesamten Flur (ca. 18 Personen), die Zimmer sind größer als im Rohdanie und verfügen teilweise auch über einen eigenen Balkon. Das Bad teilt man sich mit einer weiteren Person. Vorteilhaft ist der tolle Blick auf den See und die Nähe zur Stadt. Nachteilhaft ist aber auch der Weg zur Uni. Mit der neuen Metro ist man aber auch in ca. 25 Minuten an der Uni und in einer viertel Stunde am See. Die Metrostation ist direkt vor der Tür.
Bourdonette, Ochettes, Triaudes, Maorcolet:
Diese Wohnheime liegen zwar alle sehr nah an der Uni, aber alle Leute, die dort gewohnt haben, waren sehr genervt, weil man so schlecht in der Nacht nach Hause kommt. Die Metro fährt  nur bis 24 Uhr. Wer also das Lausanner Nachtleben unbeschwert genießen möchte, der sollte nicht dort hinziehen. 


Schwerpunkt:
Da sich an der Universität ein deutscher Lehrstuhl befindet, kann man dort nicht nur die große Übung im Zivilrecht (und Öffrecht im SS) schreiben, sondern auch Kurse, die für den Schwerpunkt 1 (Europäisches und Internationales Privatrecht) angerechnet werden. Ich habe IPR (auf deutsch) droit international privé und droit comparé gehört. Auch mehrere rechtgeschichtliche Kurse werden angeboten. So kann ich nun den zweiten Teil meines Schwerpunktes in Osnabrück hören, ohne dass ich viel aufholen muss.
Bei Fragen zum Schwerpunkt in Lausanne oder genereller Art könnt ihr gerne mit mir in Kontakt treten.


Fazit: 
Das Studium in Lausanne kann ich jedem empfehlen, der Spaß an der französischen Sprache hat, Interesse an einer fremden Rechtsordnung und Lust Menschen aus aller Welt kennen zu lernen. Was mich an Lausanne unheimlich begeistert hat, ist die extrem hohe Lebensqualität. Im Sommer kann man im kristallklaren Genfer See schwimmen, segeln, Beachvolleyball am Strand spielen und ganz tolle Wanderungen in den Alpen machen. Aber auch im Winter ist man in einer Stunde in einem Skigebiet und kann die Pisten unsicher machen. Und wenn man dann auch noch in dieser Umgebung studieren darf…..was überlegt ihr noch?!

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